Fakten zur Versorgung

Fakten zur Versorgung der Psoriasis in Deutschland 2010

PROF. M. AUGUSTIN, CVDERM HAMBURG

Klinische Merkmale

Psoriasis vulgaris = chronisch-entzündliche Systemerkrankung auf genetischer Grundlage. Primäre Manifestation an der Haut, aber auch entzündliche Vorgänge an anderen Organen. Typische Lokalisationen und Morphologie.

Epidemiologie in Deutschland

In Deutschland häufige Erkrankung:

 

Wichtige Symptome (Durchschnittswerte):

Nagelbeteiligung: 40% Psoriasis-Arthritis: 20%
Kopfhautbeteiligung: 50% Juckreiz: 70%

Komorbidität (Begleiterkrankungen):

Patienten mit Psoriasis leiden gegenüber anderen 2-3x häufiger unter:

Metabolischem Syndrom: Adipositas, Arterielle Hypertonie, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Diabetes Typ II
Autoimmunerkrankungen: Arthritis, M. Crohn, Colitis ulcerosa und Depression

Unbehandelte schwere Psoriasis geht mit einer um 1-3 Jahre verringerten Lebenszeit einher.

Krankheitslast:

 Ökonomie:

Versorgungsbedarf:

Patienten mit Psoriasis vulgaris weisen aufgrund der Krankheitsschwere, der eingeschränkten Lebensqualität und der Komorbiditäten einen hohen Versorgungsbedarf auf. Dies gilt für etwa 90% der Betroffenen, entsprechend ca. 1,8 Mio. Personen in Deutschland.

 

Versogungsangebot:

Standards für die Therapie der Psoriasis vulgaris wurden 2006 in einer AWMF-S3-Leitlinie festgehalten, die 2007 auch als Patientenfassung erschien. Die Leitlinie sieht bei leichter Psoriasis die topische Therapie, ggf. kombiniert mit UV-Licht vor. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen primär die Systemtherapeutika und –second line– Biologika zum Einsatz. Eine Aktualisierung der Leitlinie erfolgte 2011.

Patientenleitlinie (2007); 2. Aufl. 2011               AWMF-S3-Leitlinie (2006); aktualisiert 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Versorgungsstruktur:

Nach den Daten der GKV wird die Versorgung der Patienten mit Psoriasis weit überwiegend durch Dermatologen und Hausärzte geleistet. Den Dermatologen kommt bei Neuauftreten, schweren Verläufen und Rezidiven die führende Rolle zu (insgesamt ca. 65% der Erstkontakte), während Hausärzte insbesondere die Folgeverordnungen und –visiten durchführen.

PsoBest – Deutsches Psoriasisregister:

Mehr Patientensicherheit durch Register: Im Jahr 2008 wurde vom CVderm mit dem Deutschen Psoriasisregister „PsoBest“ ein umfassendes Patientenregister zur Erfassung der Langzeitverläufe von System- und Biologikatherapie eingerichtet. Bislang sind 524 Dermatologen in Klinik und Praxis beteiligt. Zielparameter sind sowohl die  Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen wie auch die Sicherheit der Behandlungen. Angestrebt wird die Aufnahme von mind. 3500 Patienten, die jeweils über 5 Jahre beobachtet werden. PsoBest ist Mitglied der europäischen Psoriasisregister und über CVderm und DDG federführend an der Entwicklung des deutschen Memorandums zur Methodik von Patientenregistern beteiligt.

Fakten zu Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis:

Epidemiologie

Von 1,34 Mio. Versicherte der GKV:
2,53 % Jahresprävalenz
0,71 % Jahresprävalenz < 18 J. mit Psoriasis (0,66 % Jungen, 0,76 % Mädchen)

 

 

Quelle: Augustin M, Glaeske G, Blome C, Christophers E, Reich K, Radtke M, Schäfer I. Epidemiology and comorbidity of psoriasis in children. Br J Dermatol. 2010 Mar;162(3):633-6.

 

 

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen):

Prevalence of comorbidities (%) in persons in the age range 0-20 years with psoriasis (n=2.549) and without psoriasis (n=331758)

Diagnosis

% without psoriasis

% with psoriasis

Prevalence rate

Crohn disease

0,14

0,51

3,69

Hyperlipidaemia

0,99

2,12

2,15

Diabetes mellitus

0,43

0,86

2,01

Arterial hypertension

0,83

1,65

1,89

Rheumatoid arthritis

4,90

8,40

5,21

Obesity

4,90

8,40

1,70

Ischaemic heart disease

0,49

0,75

1,52

Ulcerative colitis

0,10

0,12

1,13

All comorbidities

7,20

14,40

2,00

 

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