Fragen und Antworten für Ärzte

Sehr geehrte Kollegin
sehr geehrter Kollege,

an dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Fragen rund um PsoNet beantworten.

 

1Was ist PsoNet?
PsoNet ist der Zusammenschluss von regionalen Psoriasis (Schuppenflechte)-Netzwerken. Dermatologen und Fachärzte anderer Disziplinen aus einer Region schließen sich zu einem Netzwerk zusammen. Darin tauschen sich die beteiligten Ärzte fachlich aus und führen Informationsveranstaltungen und Schulungen durch. Das Netzwerk stellt sicher, dass jeder Patient an den auf seine Psoriasis spezialisierten Dermatologen vermittelt wird und somit innerhalb des Netzwerks die fachgerechte Behandlung erhält. Die angeschlossenen Praxen können sich als Mitglied eines Spezialistennetzwerks ausweisen. Die DDG, der BVDD und das CVderm unterstützen und koordinieren bundesweit den Zusammenschluss in Psoriasisnetzen. Die Gründungen  erfolgen aufgrund von regionalen Aktivitäten, der Motivation und dem Engagement der Dermatologen vor Ort. Wünschenswert ist, dass für jeden größeren Versorgungsraum ein Netz entsteht. Dies kann durch die bundeslandübergreifende Einrichtung von Netzwerken geschehen  oder auch durch mehrere Netze pro Bundesland.

 

2Welche Ziele verfolgt das Netzwerk?
Ziel des Netzwerks ist die Verbesserung der Versorgung durch ein Vorantreiben der flächendeckenden Etablierung von modernen, wirkungsvollen, zielgerichteten und ganzheitlichen Therapien.

 

3An welche Ärzte richtet sich PsoNet?
Jeder Dermatologe und jeder Arzt, der Psoriasis oder ihre Komorbiditäten behandelt, ist eingeladen, an PsoNet teilzunehmen. Jeder Mediziner verfügt über eine fachspezifische Expertise. Eine Hauptaufgabe des Netzwerkes ist es, dass die Psoriasistherapie künftig durch den Dermatologen durchgeführt wird, der sich auf den jeweiligen patientenspezifischen Krankheitsverlauf  spezialisiert hat. So werden beispielsweise besonders schwere Fälle an Kliniken überwiesen. Aufgabe der vollversorgenden niedergelassenen Dermatologen ist es, die steigende Zahl von ambulanten Patienten zu behandeln.

 

4Welchen Nutzen haben Mitglieder?
Die Netze sollen dazu beitragen, dass die Versorgung der mittelschweren bis schweren Psoriasis verbessert wird. Durch die regelmäßige Information werden zum Beispiel Unsicherheiten im Umgang mit bisher nicht vertrauten Substanzen (Systemtherapien, Biologika) ausgeräumt. In den regionalen Netzwerken liegt der Schwerpunkt auf dem Austausch unter Kollegen: Vom Einholen einer Zweitmeinung bis hin zu einer freiwilligen Weitervermittlung des Patienten. Die angeschlossenen Praxen weisen sich gegenüber den Patienten als zugehörig zu einem Spezialistennetzwerk aus. Dies geschieht beispielsweise durch Ihre Bezeichnung „Mitglied im PsoNet Hamburg“ und entsprechendes Informationsmaterial in den Praxen.

 

5In welchem Verhältnis stehen PsoNet, CVderm und die Industrie?
Alle regionalen Netze führen ihre Aktivitäten in strikter Unabhängigkeit von etwaigen Firmeninteressen durch und legen jegliche Unterstützung durch Firmen transparent und offen dar. Grundsätzlich ist die Möglichkeit der Förderung einzelner regionaler Psoriasisnetze ebenso möglich wie die koordinierte, zentrale Förderung des Forums regionaler Psoriasisnetze über das CVderm.

 

6Wie kann ein Arzt sich einem PsoNet in seiner Region anschließen oder ein neues Netzwerk gründen?
Auf unserer Website stehen entsprechende Informationen bereit. Interessierte Ärzte können hier einsehen, ob es bereits ein Netzwerk in ihrer Region gibt. Für weiterführende Fragen rund um den Beitritt oder Neugründungen stehen wir interessierten Ärzten mit Rat und Tat zur Seite.

 

7Wird es eine zentrale Leitung geben?
Die Leitung und Koordination der einzelnen Netzwerke erfolgt auf regionaler Ebene. Das CVderm unterstützt die Netze bundesweit durch Beratung, Informationsmaterial, Referenten, Öffentlichkeitsarbeit und beim Internetauftritt.

 

8Was sind die häufigsten Begleiterkrankungen bei Schuppenflechte?
Rheuma, Diabetes (Zuckerkrankheit), Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung), Adipositas (Fettsucht), Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Depression.

 

9Wie soll die Qualifikation der beteiligten Dermatologen sichergestellt werden?
Die Vorstände der DDG und des BVDD haben zur Qualitätssicherung einheitliche Standards beschlossen, zu denen sich sämtliche Netzwerkmitglieder bekennen. Die Kriterien – die so genannte S3-Leitlinie – wurde gemeinsam vom CVderm und der DDA (Deutsche dermatologische Akademie) entwickelt.

 

10Wie finanziert sich PsoNet?
PsoNet wird finanziert durch Eigenmittel, durch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), den Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) und forschende Arzneimittelhersteller.

 

11Was sind die Ziele einer leitliniengerechten Behandlung?
Allgemeines Ziel der S3-Leitlinie ist es, Dermatologen in der Praxis und Klinik eine akzeptierte, evidenzbasierte Entscheidungshilfe für die Auswahl sowie Durchführung einer geeigneten und ausreichenden Therapie für Patienten mit Psoriasis vulgaris zur Verfügung zu stellen. Schwerpunkt der Leitlinie stellt die Induktionstherapie der leichten bis schweren Psoriasis vom Plaque-Typ dar.

 

12Wie trägt PsoNet zur Verbesserung der Patientenversorgung bei?
Indem Ärzte durch neueste Studienergebnisse über die Wirksamkeit von Medikamenten und Therapien auf dem aktuellen Forschungs- und Versorgungsstand gehalten werden, können Sie Ihr Fachwissen erweitern und bestehende Therapien ergänzen oder ersetzen.

 

13Wie kann durch PsoNet die Durchführung der Therapien optimiert werden?
Die Durchführung von Therapien kann durch drei einfache Schritte optimiert werden:

1. Aufklären.
Vorbehalte von Ärzten und Patienten gegenüber der systemischen, fotochemischen oder Fototherapie sollen abgebaut werden durch:

  • eine ausführliche Darstellung der Therapie
  • eine genaue Beschreibung der Anwendung
  • Hinweise zu Sicherheitsaspekten

Die Leitlinie bietet vor allem den Ärzten einen Überblick über die möglichen Therapien, deren Komplikationen sowie deren optimaler Durchführung.

2. Aktiv werden.
Durch den rechtzeitigen Beginn und die wirkungsvolle Durchführung einer ausreichenden Therapie sollen schwere Verläufe, die oftmals zu stationärer Aufnahme und Arbeitsunfähigkeit führen, reduziert werden. Möglicherweise gleichzeitig bestehende Begleiterkrankungen sollten frühzeitig erkannt und behandelt werden.

3. Individuell zugeschnittene Behandlung.
Eine gute Compliance (kooperatives Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie) ist verbunden mit einem für den Patienten optimalen Verhältnis von Nutzen zu Aufwand, Kosten und unerwünschten Wirkungen. Durch die individuelle Auswahl effektiver Therapien, auch unter Berücksichtigung der in neuen Studien erfassten Quality of Life Parameter, soll für den Patienten ein besonders hoher Therapienutzen sichergestellt werden.

Sollten Fragen offen geblieben sein, so freuen wir uns über Ihre Anfrage!
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