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Was ist Psoriasis?

Die Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine Hautkrankheit, die sich äußerlich durch stark schuppende, punktförmige bis mehr als handtellergroße Hautveränderungen (häufig an den Ellenbogen, Knien und der Kopfhaut) bemerkbar macht.

Neben der Haut können können Gelenke und Nägel betroffen sein. Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Die Beschwerden können in ihrer Stärke und Ausprägung individuell sehr verschieden sein und von den Patienten in unterschiedlicher Weise wahrgenommen werden.

Die Oberhaut (Epidermis) eines gesunden Menschen erneuert sich innerhalb von 24-28 Tage. Der  Körper bildet in dieser Zeit neue Hautzellen und stößt die überschüssigen unbemerkt ab. Bei der Schuppenflechte erneuert sich die  Hautschicht an den betroffenen Stellen binnen weniger Tagen. Überschüssige Hautzellen sterben ab, an diesen Stellen bilden sich aufgrund der beschleunigten Erneuerung glänzende, silbrige Schuppen. Dieser Prozess wird von einer Entzündungsreaktion begleitet. Die Ursache der Psoriasis ist noch nicht abschließend geklärt – trotz großer Fortschritte in der Forschung. Die Mediziner gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Die Behandlungsmethoden erstrecken sich von äußerlichen Anwendungen (topische Therapien), beispielsweise mit Cortison-Salben, Aufenthalte am Toten Meer, Lichttherapien (UVA/UVB) über innerliche Anwendungen (systemische Therapien) bis hin zu alternativen Behandlungsmethoden. Seit wenigen Jahren gibt es eine Gruppe innovativer Medikamente, die Biologika.

Wer erkrankt an Psoriasis?

Rund 2 Mio. Deutsche leiden an Psoriasis. Im süddeutschen Raum liegt die Psoriasis-Häufigkeit unter dem deutschen Durchschnitt. Häufig erkranken auch junge Menschen an Schuppenflechte. Dann spricht man von juveniler Psoriasis.
Häufigkeit von Psoriasis (GKV-Daten für 2005) in den Regionen Deutschlands

n=1,34 Mio. Versicherte, darunter n=33.981 mit Psoriasis, Quelle: Pharmafacts

 

Wer erkrankt bis zu welchem Alter an Psoriasis?

Schäfer I et al.: Prevalence of Psoriasis in Germany: Analysis of data from a German Health Insurance. Submitted 2009

 

Wie gehen Patienten, Angehörige, Dermatologen, Gesellschaft mit dieser Krankheit um?

In vielen Fällen isolieren sich Patienten, die an Schuppenflechte leiden, von ihrem sozialen Umfeld,  weil sie sich ihrer Krankheit schämen: Sie meiden Situationen bspw. Schwimmbadbesuche, in denen sie den Blicken ihrer Mitmenschen ausgesetzt sind. Aber auch beim Frisör, bei der Kleiderwahl, beim Sport sowie in Partnerschaft und im Sexualleben fühlen sie sich beeinträchtigt. Sie büßen aufgrund der schmerzhaften Symptome und der psychischen Belastung ihre Lebensqualität ein. Die Angehörigen leiden häufig mit. In der Gesellschaft ist Schuppenflechte ein Tabuthema. Betroffene fühlen sich oft stigmatisiert und ihr Selbstwertgefühl leidet. Selbst die Therapie können sie als belastend und stigmatisierend erleben.

Dermatologen sehen Schuppenflechte als eine Erkrankung, die eine ganzheitliche Behandlung erfordert. Oft leiden die Patienten an weiteren Erkrankungen, die gehäuft in Zusammenhang mit einer Psoriasis auftreten können. In diesen Fällen spricht man von einer Komorbidität.

Was sind Komorbiditäten von Psoriasis?

Als Komorbiditäten bezeichnet man Begleiterkrankungen. Sie können ursächlich mit der eigentlichen Erkrankung zusammenhängen.  Zu den häufigsten Komorbiditäten von Schuppenflechte gehören Rheuma, Diabetes, Adipositas (Fettsucht), Morbus Crohn, Bluthochdruck und Depression.

Weist ein Patient neben Psoriasis eine oder mehrere Begleiterkrankungen auf, ist es ratsam eine ganzheitliche Diagnostik/Behandlung durchzuführen, um zu klären, ob die Krankheitsbilder zusammenhängen. Eine innerliche Behandlung der Schuppenflechte kann sich positiv auf einige dieser Begleitkrankheiten auswirken. Eine zusätzliche internistische Behandlung ist meist erforderlich. Häufig ist eine Änderung des Lebensstils angeraten.

Komorbiditäten von Schuppenflechte in Deutschland

  • Rheumatoide Arthritis
  • Psoriasis Arthritis
  • Diabetes
  • Adipositas
  • Lipidämie
  • Hypertonie
  • Ischämische Herzkrankheiten
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Metabolisches Syndrom
Quelle: Augustin M et al. Comorbidity and age-related prevalence of psoriasis – analysis of health insurance data from more than 1.3 million persons in Germany. Acta Dermato-Venereologica. Submitted May 2009.
 
Anteile von Versicherten mit bzw. ohne Psoriasis-Diagnose und mit mindestens einer der berücksichtigten Komorbiditäten im Beobachtungsjahr 2005 nach Alter

Quelle: Augustin M et al. Comorbidity and age-related prevalence of psoriasis – analysis of health insurance data from more than 1.3 million persons in Germany. Acta Dermato-Venereologica. Submitted May 2009

Welche Therapien werden von den Gesetzlichen und Privaten Krankenversicherungen übernommen?

Grundsätzlich zahlen die Krankenkassen alle zugelassenen Therapien und Medikamente der Psoriasis, sofern diese rezeptpflichtig sind. Salicylsäurehaltige Zubereitungen (nicht rezeptpflichtig) werden als einzige Ausnahme auch übernommen, da sie auf der „Liste der erstattungsfähigen rezeptfreien Arzneimittel bei speziellen Ausnahme-Indikationen“ stehen. Alle nicht verschreibungspflichtigen Mittel, bspw. Harnstoffpräparate, muss der Patient selbst zahlen. Die Kosten für eine Phototherapie und für innerlich wirkende rezeptpflichtige, schulmedizinische Präparate werden übernommen. Biologika hingegen erstattet die Krankenkasse erst, wenn:

  • keine andere verfügbare Therapie mehr anschlägt,
  • der Patient andere Therapien nicht verträgt oder
  • aufgrund bestehender Vorerkrankungen und Begleitmedikationen keine alternative Therapie möglich ist.

Alternative Behandlungsmethoden werden meist nur von privaten Krankenversicherungen oder Zusatzversicherungen übernommen.

Gibt es einen gesundheitsökonomischen Vorteil von Biologika – gegenüber konventionellen Therapien?

Menschen mit Psoriasis sind oftmals nicht nur hautkrank. Sie haben häufig Begleiterkrankungen. Die Anwendung von Biologika führt nicht nur zu einer Verbesserung der Hauterscheinungen wie bei konventionellen Therapien bspw. durch Auftragen von Cremes. Sondern sie setzt da an, wo die Krankheit entsteht: im Immunsystem. Damit kann die Entzündungsreaktion des Körpers, die auch der Ausgangspunkt für Begleiterkrankungen ist, gehemmt werden. Hier zeigt sich der Vorteil für Patienten und Gesundheitsökonomie: eine ganzheitliche, langfristige Therapie für mehrere Erkrankungen.

Wie sieht die Versorgungssituation in Deutschland aus?

Eckdaten zur Versorgung der Psoriasis

Quelle: Augustin, Luger, Reusch et. al., Dermatology 2009

Rund 2 Mio. Deutsche erkranken pro Jahr an Psoriasis, mehr als 20% der Betroffenen leiden unter Psoriasis-Arthritis. Etwa bei der Hälfte der Patienten ist die Ausprägung der Psoriasis mittel-schwer bis schwer und jeder Dritte büßt dadurch besonders viel Lebensqualität ein.

 

Welche Therapien haben die Patienten zuvor bereits erhalten?

Quelle: PsoHealth 2007 und PsoReal 2008

 

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