„Wir können nur gute Argumente liefern“

| 29. September 2016

FRANKFURT – Der hessische BVDD-Landesvorstand hat sich mit der Spitze der Kassenärztlichen Vereinigung getroffen, um die Regresssituation für Hautärzte, die Biologika verordnen, zu verbessern. Doch die Prüfstelle zeigt sich uneinsichtig. „Wir haben uns intensiv und konstruktiv mit KV-Chef Frank Dastych über die unbefriedigende Situation bei den Auffälligkeitsprüfungen unserer Fachgruppe unterhalten“, berichtete der BVDD-Landesvorsitzende Dr. Thomas Meyer nach dem Treffen. Doch der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen sind die Hände gebunden. „Sie hat keinen Einfluss auf die regionale Prüfstelle“, erläuterte Meyer, der zusammen mit seinem Stellvertreter Dr. Torsten Oberthür die Problematik im Sinne der hessischen Psoriasis-Praxisnetz Süd-West-Mitglieder bei der KV dargelegt hatte.
Bei Arzneimittelrichtgrößen von rund 20 Euro bei den bis 15-Jährigen und Rentnern sowie von rund 28 Euro bei den 16- bis 64-Jährigen geraten Hautärzte, die bei der Psoriasistherapie Biologika verschreiben, schnell ins Visier der regionalen Prüfstelle. Diese prüft nämlich lediglich nach Durchschnittswerten. „Dafür ist unsere Fachgruppe aber viel zu inhomogen“, moniert Meyer. Seinen Angaben zufolge verschreiben nur zehn bis 15 Prozent der hessischen Dermatologen der S3-Leitlinie Psoriasis entsprechend Biologika. Durch den Einsatz der modernen und teuren Medikamente werden sie sowohl in der Gruppe aller Dermatologen als auch in der Untergruppe, die Systemtherapien durchführt, zwangsläufig auffällig.
Die problematische Prüfsystematik ist sowohl KV-Vorstand Dastych als auch dem Vorstandsberater in Sachen Pharmakotherapie, Dr. Wolfgang LangHeinrich, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, bewusst. Sie stellten zumindest in Aussicht, eine Regelung zu finden, dass künftig nicht bereits bei einer Überschreitung von 25 Prozent des Fachgruppendurchschnitts, sondern erst ab 50 Prozent geprüft werde. Dies mache für die Biologika verordnenden Kollegen jedoch kaum einen Unterschied, so Meyer. Denn auch diese Messlatte wird bei weitem überschritten. „Wir können als Berufsverband auch weiterhin nur gute Argumente liefern“, lautet sein Fazit, „aber letzten Endes entscheidet die Prüfstelle.“ Nun bleibt abzuwarten, wie die im Versorgungsstärkungsgesetz festgeschriebene Ablösung der Regresse durch regionale Lösungen ab 2017 in Hessen umgesetzt wird.

Category: Regionale Netze, Südwest

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