Besser keine Selektivverträge zur Deeskalation

| 29. September 2016

ROSTOCK/BURG KLEMPENOW – Im Nordosten entwickelt sich der interdisziplinäre Austausch weiter. Das zeigte ein Treffen von Dermatologen, Rheumatologen, Gastroenterologen und einer Pädiaterin in Rostock, bei dem aktuelle Problemlösungen bei der Anwendung von Biologika im Mittelpunkt standen. „Um die Diskussion zwischen Klinikern und Niedergelassenen und den verschiedenen Fachgruppen zu fördern, gab es dabei bewusst nur sehr knapp gehaltene Präsentationen“, erläuterte der Sprecher des PsoNet Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Raimund Paech, eine mögliche Ursache für den Erfolg der Veranstaltung.

Damit blieb genügend Zeit für den Austausch. So wurde beispielsweise erörtert, dass ein Auslassversuch durchaus sinnvoll sein kann, wenn eine Remission unter Biologika eintritt. Zwar gebe es Selektivverträge zur Deeskalation. Die Teilnahme sei aber „nicht erstrebenswert“, so der einhellige Tenor in den Fachgruppen. Denn dabei werde das therapeutische Schema streng vorgeschrieben. Vorzuziehen sei deshalb ein mit dem Patienten individuell abgestimmtes Vorgehen. Gegebenenfalls sollte wegen einer niedrigeren Dosierung erst ein Antrag bei der Krankenkasse auf Off-Label-Use gestellt werden. Geplant ist nun, in Absprache mit der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern ein gemeinsames Vorgehen aller Biologika nutzender Fachgruppen zu finden.

Einig waren sich die Disziplinen auch, bei der Anwendung von Biologika unbedingt auf eine gute Dokumentation zu achten. Diese sollte darlegen, warum man sich für welches Mittel entschieden hat, dass der Patient regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen aufgefordert wurde, wie der Impfstatus aussieht und welche Kontrollen auf Infektionen durchgeführt wurden.

Ebenfalls über den dermatologischen Tellerrand hinaus schauten die Mitglieder des PsoNet Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen ihres alljährlichen Treffens auf der Burg Klempenow. Verantwortlich dafür war der Rheumatologe Dr. Michael Fiene vom Kreiskrankenhaus Demmin, der seine praktischen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Dermatologen vorstellte. Die Behandlung von Patienten mit Psoriasis-Arthritis sei gekennzeichnet durch viele Überlappungen. Fiene hat sich nun bereit erklärt, als Konsiliarius Fragen der Dermatologen zu beantworten. Dabei bat er mit Blick auf die dünn gesäten Rheumatologen allerdings darum, nur in ganz dringenden Fällen zum Hörer zu greifen und ansonsten etwas Geduld zu haben.

Category: Mecklenburg-Vorpommern, Regionale Netze

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