Netzstruktur wird zur Basis der Zusammenarbeit

| 21. April 2016
© Sascha Maaß/Mühlenkreiskliniken Der Vorstand des PsoNetz Ostwestfalen-Lippe hat sich weitreichende Ziele gesetzt. Im Bild von links nach rechts: Prof. Rudolf Stadler (Vorsitzender), Dr. Katharina Kreutzer (Schatzmeister), Dr. Stefan Nestoris (Öffentlichkeitsarbeit), Dr. Henrik Mohme (Schriftführer)

© Sascha Maaß/Mühlenkreiskliniken
Der Vorstand des PsoNetz Ostwestfalen-Lippe hat sich weitreichende Ziele gesetzt. Im Bild von links nach rechts: Prof. Rudolf Stadler (Vorsitzender), Dr. Katharina Kreutzer (Schatzmeister), Dr. Stefan Nestoris (Öffentlichkeitsarbeit), Dr. Henrik Mohme (Schriftführer)

MINDEN – Als jüngstes Mitglied in der PsoNet-Familie hat sich im vergangenen Jahr das inzwischen bereits sehr ak­tive Netz in Ostwestfalen-Lippe gegründet. Über erste Erfolge und langfristige Ziele sprach das PsoNet Magazin mit dem Vorsitzenden, Prof. Rudolf Stadler.

Herr Prof. Stadler, was hat Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand motiviert, das PsoNet Ostwestfalen-Lippe zu gründen?

Prof. Rudolf Stadler: Wenn Menschen jahrelang unter einer Psoriasis leiden, ohne dass sie eine adäquate medizinische Versorgung erhalten, ist das fast schon eine Tragödie und bei den heutigen therapeutischen Möglichkeiten nicht mehr hinzunehmen. Ziel der Netzwerkgründung ist es, in Kooperation mit anderen Fachärzten eine interdisziplinäre Betreuung und moderne medizinische Versorgung von Patienten mit Schuppenflechte zu gewährleisten. Hier besteht Optimierungsbedarf: Viele Patienten erhalten keine oder dem Schweregrad ihrer Erkrankungen nicht angemessene Behandlung.

Wie macht sich die Arbeit des PsoNet bisher für die Versorgung der Psoriasispatienten in der Region bemerkbar?

Stadler: Zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, eine belastbare Aussage zur Versorgung der Psoriasispatienten für die Region zu machen. Allerdings konnten in bisherigen Fortbildungsveranstaltungen der aktuelle Wissenstransfer an die überwiegende Mehrheit der niedergelassenen Hautärzte gewährleistet werden, wie auch der Dialog mit den berufspolitisch Verantwortlichen in der Region. Dr. Peter Pierchalla, Vorsitzender des BVDD-Landesverbandes Westfalen-Lippe, erläuterte in einer der ersten Veranstaltungen des Pso-Netzes Ostwestfalen-Lippe seine Erfahrung zur Arzneimittelrichtgrößenprüfungen wie dem Umgang mit Regressandrohung und Strategien zur Regressvermeidung. Dieser Vortrag wurde ergänzt durch Dr. Mathias Flume von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, der besonders auf aktuelle Verordnungen hinwies, die in jeder Hinsicht regresssicher möglich sind, und den niedergelassenen Kollegen das zukünftige Verordnungsverhalten plausibel erläuterte, sodass auch die Möglichkeit besteht, im Gesamtrahmen die neuesten therapeutischen Möglichkeiten für die Psoriasis bei Schwersterkrankten einzusetzen. Mit diesem Wissen ist davon auszugehen, dass die Psoriasispatienten in der Region Ostwestfalen-Lippe eine zeitgemäße Psoriasistherapie erhalten werden.

 Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der Netzmitglieder?

Stadler: Das erste Pso-Netz-Treffen Ende Januar wurde von fast 30 Dermatologen besucht. Es ergab sich ein reger Dialog für die zukünftige Zusammenarbeit und den Austausch, nicht nur allein zu Fragen der Psoriasis. Insofern liegt hier eine sehr große Bedeutung eines Netzwerkes unter Fachärztinnen und Fachärzten, die Gesamtqualität in der dermatologischen Versorgung zu steigern.

Wie läuft die interdisziplinäre Zusammenarbeit?

Stadler: Die Netzstruktur wird letztendlich die Basis für eine kollegiale Zusammenarbeit darstellen. Nicht jeder Facharzt für Dermatologie wird schwerpunktmäßig die Psoriasis vertreten, hat jedoch die Möglichkeit, sich hierdurch auf den neuesten Stand des Wissens zu bringen und mögliche Behandlungspartner zu finden.

Was sind die nächsten Schritte im PsoNet und was die langfristigen Ziele?

Stadler: In den nächsten Fortbildungsveranstaltungen des Pso-Netz werden wir fokussiert die Frage der Biosimilars diskutieren, die die erste Generation der TNF-Alpha-Antikörper ablösen werden, und den Erfahrungsaustausch über die ersten Monate des OWL-Netzwerkes reflektieren. Die langfristigen Ziele liegen sicherlich darin, die Versorgungsziele, die durch PsoBest formuliert sind, auch relativ kurzfristig und mittelfristig in Ostwestfalen-Lippe umzusetzen. Neben den Versorgungszielen ist es auch ein mittelfristiges wie langfristiges Ziel, innovative Studien zur Psoriasistherapie als auch Versorgungsstudien im PsoNet zu implementieren und hierdurch an der Vorfront der klinischen Psoriasisforschung konstruktiv mitzuwirken.

 

Category: Ostwestfalen-Lippe, Regionale Netze

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