Fortbildung klammert keine Tabuthemen aus

| 11. Dezember 2014

BERLIN – Vier Veranstaltungen pro Jahr, die sämtliche Problemkreise der Psoriasis abdecken, veranstaltet das PsoNet Berlin und Brandenburg für seine Mitglieder. Neben Themen wie „Neue Biologika“, „Psoriasis bei Kindern“ oder „Magistralrezepturen bei Psoriasis“ werden dabei auch heiklere Probleme beleuchtet, mit denen Patienten in die dermatologische Praxis kommen. So ging es im Frühjahr um „Psoriasis und Sexualität“.

„Wir sprechen das Thema in der Praxis von uns aus eher nicht an“, erläutert Dr. Margrit Simon vom Vorstand des PsoNet Berlin und Brandenburg. Es sei schon noch ein Tabuthema. Daher kamen die Hinweise und Ratschläge von PD Dr. Kurt Seikowski gut an.
Wie der Experte von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Uniklinik Leipzig bei der von rund 30 Mitgliedern und Fördermitgliedern gut besuchten Veranstaltung erläuterte, sind sexuelle Probleme bei Psoriasispatienten häufig von der Diskrepanz zwischen ihrer Selbstwahrnehmung und der Sicht des Partners bestimmt. Viele Patienten übertragen nach Selkowskis Darstellung ihre eigenen Ängste auf den Partner, bilden sich also ein, unattraktiv zu sein und der Partner habe keine Lust auf körperliche Nähe. Hier müssten Patienten motiviert werden, im Gespräch offen über derartige Ängste zu sprechen, lautete der Rat des erfahrenen Psychosomatikers.

Aber auch die körperlichen Folgen einer Psoriasis wurden angesprochen: Beispielweise, dass bei einer Psoriasis mit Gelenkbeteiligung die Möglichkeiten für ein glückliches Sexualleben durch Schmerzen eingeschränkt sind.

Die Veranstaltung, so Simon, habe gezeigt, dass nicht alle mit einer Schuppenflechte verbundenen Belastungen vom Dermatologen behandelt werden können. Es müsse im Einzelfall geprüft werden, schwer belastete Patienten unter Umständen zur Mitbehandlung an einen Psychotherapeuten zu überweisen.

Category: Berlin und Brandenburg, Regionale Netze

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