Im Südwesten wächst die Netzwerkbewegung weiter

| 18. November 2014

Südwest-PlenumFRANKENTHAL – Aus dem Psoriasis-Praxisnetz Südwest ist das Psoriasis-Praxisnetz Süd-West geworden. Dieser unscheinbare kleine Unterschied signalisiert: der Zusammenschluss des Psoriasis-Praxisnetz Südwest mit seinen ca. 150 Mitglieder in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit dem Psoriasisnetz Bayern mit seinen ca. 60 Mitgliedern ist nun auch formal nach der nötigen Wahlentscheidung der Mitglieder in beiden Netzen sowie einer entsprechenden Satzungs- und Namensänderung vollzogen.

Als einen wesentlichen Grund für den Zusammenschluss betrachtet Dr. Sebastian Biltz vom Psoriasisnetz Bayern mögliche Synergien in der Zusammenarbeit, insbesondere auch bei der Fortbildung der Mitglieder. Ohne Schulterschluss mit anderen Partnern sei das bayerische Netz zu klein, um die geforderten Kriterien der „Netzreife“ zu erfüllen und damit in den Genuss möglicher Fördermittel zu kommen.

Vor allem aber erwartet Biltz von dem länderübergreifenden Zusammenschluss eine Professionalisierung bei den Vertragsverhandlungen mit Krankenkassen zur Verbesserung der Versorgung von Schuppenflechtekranken „Auf der Kassenseite sitzen uns bei Gesprächen über Selektivverträge Profis gegenüber, die auf einen Apparat zurückgreifen können. Da macht es keinen Sinn von unserer Seite „kleinklein“ zu machen und mit selbstgestrickten Lösungen aufzuwarten“, unterstreicht der Münchener Hautarzt. „Wir brauchen belastbare Zahlen, Daten, Fakten wie sie uns das Competenzzentrum für Versorgungsforschung in Hamburg liefert und umfassendere Lösungsansätze.“

Die Bilanz der Aktivitäten im Südwesten kann sich sehen lassen: Das Ma­na­ge­ment der Psoriasis bei „Problempatienten“ stand im Fokus der zweiten Praxistagung des Netzes. Thematisch reichte die Spannweite der Veranstaltung von den Problemen einer adäquaten Therapie bei Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit bis hin zur Frage, wie die Komorbidität Arthritis frühzeitiger erkannt und der indizierten Therapie zugeführt werden kann.

Abgeschlossen ist inzwischen auch ein Projekt zur Basiserhebung der Psoriasisversorgung im Praxisnetz Südwest wie der 1. Vorsitzende Dr. Dirk Maaßen in seinem Rechenschaftsbericht unterstrich. Die Umfrage wurde online über mehrere Monate durchgeführt. Trotz des Zeitaufwands von ein bis zwei Stunden haben 68 Mitglieder des Praxisnetzes Südwest den Fragebogen komplett durchgearbeitet. Und das Ergebnis vermittelt einen differenzierten Einblick, wie Maaßen darstellte. So behandeln 40 % der Teilnehmer mehr als 150 Psoriasispatienten pro Quartal, der Großteil (88 %) von ihnen überwiegend gesetzlich versicherte Patienten.

Wie aus der Posterveröffentlichung zur DDG-Kompakt-Tagung hervorgeht, kommt rund die Hälfte der Psoriasispatienten auf Grund von Empfehlungen in die Netzpraxis. Ein Drittel der Pa­tienten wird von einem Allgemeinmediziner/dem Hausarzt zugewiesen.

Category: Regionale Netze, Südwest

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